Voellmy-Vorverkauf
 

AARAU

Ab sofort Tickets für Freilichttheater «Der Besuch der alten Dame»



Premiere ist am 12. Juli, der Vorverkauf hat bereits begonnen: Das diesjährige Freilichttheater Aarau zeigt in seiner zehnten Auflage «Der Besuch der alten Dame» von Friedrich Dürrenmatt. Mit dem modern inszenierten Klassiker wird ein Stück Volkskultur in einer schweizerdeutschen Fassung von Peter Voellmy umgesetzt.

Die Milliardärin Claire Zachanassian besucht die verarmte Kleinstadt Güllen, in der sie ihre Jugendzeit als Kläri Wäscher verbracht hat. Während die Einwohner auf finanzielle Zuwendungen hoffen, sucht sie Rache für ein altes Unrecht. Als sie in ihrer Jugend von Alfred Ill ein Kind erwartete, wollte er die Vaterschaft nicht anerkennen. Claire musste ihre Heimat in Schande verlassen und wurde in die Prostitution getrieben. Die alte Dame unterbreitet den Güllenern ein unmoralisches Angebot. Sie wird ihnen eine Milliarde schenken, wenn sie Ill umbringen. – Wie reagieren die Menschen in Güllen? Siegt Geldgier oder die Moral?

Das diesjährige Freilichttheater arbeitet mit Hebekran und Autos, mit Rasenmähern und Containern und einem begeisterten Team von mehr als 25 Schauspielerinnen und Schauspielern. Zur musikalischen Umrahmung spielt eine Altherren- Dixieband unter der Leitung von Max Sidler. (pd/az)


                                           
 

Artikel in der Aargauer Zeitung vom 17.12.2006

AARAU

Monica Roth als "Alte Dame"

Jürg Veith als Ill

 

Die «Alte Dame» zu Besuch an der Aare


 

Nach dem «Wilhelm Tell», dem Gaunerkönig Bernhart Matter oder dem «Jedermann» bringt Regisseur Peter Voellmy im kommenden Sommer Friedrich Dürrenmatts «Besuch der alten Dame» auf die Bühne im Aarauer Freilichttheater. Premiere ist am 12. Juli.
Man kennt die Geschichte der steinreichen Claire Zachanassian, die seinerzeit mit Schimpf und Schande sowie einem unehelichen Kind die Kleinstadt Güllen verlassen musste. Sie machte in ihrer neuen Heimat ein Vermögen und kehrte als «alte Dame» nach Güllen zurück. Mit dem «unmoralischen» Plan, den Bürgern eine Milliarde zu schenken, sofern diese bereit sind, den einstigen Kindsvater der Klara umzubringen.

Mit dem Motiv einer geradezu klassischen Tragödie verknüpfte Friedrich Dürrenmatt durchaus komödienhafte Szenen, die Rache, Geld und Geist auf der Bühne vereinen. Das Stück ist laut Autor Peter Voellmy «mit seinem Thema der Käuflichkeit einer ganzen Stadt eine lächerliche Groteske», die er im kommenden Sommer in einer Mundartfassung im Freilichttheater Aarau zeigen will.

Bereits die zehnte Spielzeit

Nach Inszenierungen im historischen Bereich (vom helvetischen «Rebell» 1998 über das «Fähnlein der sieben Aufrechten» 2002 bis zum «Leben des Heinrich Pestalozzi» 2005) sei es laut Regisseur Voellmy «an der Zeit, ein modernes Stück auf der Bühne vor dem Aarauer Schlössli aufzuführen».

Das Freilichttheater brauche in der zehnten Spielzeit «neuen Schwung und Lebendigkeit». Wobei «Annäherungen an die Kleinstadt Aarau» vorkommen werden, aber nicht «anprangerisch» oder gar «moralisierend», betont der Autor. Das Freilichttheater erhoffe sich «durch eine moderne und dynamische Inszenierung einen Neubeginn».

Durch den Einsatz von Autowracks, von alten Containern und einer Hebebühne wird laut Voellmy die wirtschaftliche Krisensituation der Stadt Güllen spürbar. Hoffnung keimt, mit der Spende der zurückkehrten Klara alias Claire Zachanassian wieder zu Wohlstand und zum Erfolg zu kommen.

Bis die Leute von Güllen der Verführung des Geldes erliegen und die Geschichte ihr tragisches Ende findet. Und auch Claire erhält, was sie von Anfang an wollte, nämlich den Tod ihres verflossenen Liebhabers.

Güllen mit Aarauer Bezügen

Für Voellmy ist bei dieser «kulturellen Arbeit» auf der Bühne entscheidend, dass «der Bezug zum Ort und der Gegend, in der das Stück realisiert wird, sehr wichtig ist». Ist aber Aarau gleichzusetzen mit dem Dürrenmattschen Güllen? «Diesen Fragen wird die Inszenierung auf eine subtile Weise nachgehen», verspricht Voellmy.